Arbeitszeugnis prüfen im Kanton Zürich
Im Kanton Zürich — dem grössten Wirtschaftsraum der Schweiz — werden jährlich Tausende von Arbeitszeugnissen ausgestellt. Ob Banken am Paradeplatz, Tech-Firmen im Silicon Valley am Zürichsee oder KMU in Winterthur: Die Zeugnissprache folgt strengen Schweizer Konventionen nach Art. 330a OR. Versteckte Codes und beredtes Schweigen können Ihre nächste Bewerbung kosten, ohne dass Sie es bemerken.
Besonderheiten im Kanton Zürich
- Grösster Arbeitgebermarkt der Schweiz mit Schwerpunkt Finanz, Tech und Beratung
- Obergericht Zürich: strenge Anwendung von Art. 330a OR, mehrere Leitentscheide zu Zeugnisformulierungen
- Finanzbranche (Banken, Versicherungen): Integrität und Vertrauenswürdigkeit zwingend im Zeugnis erwähnt
- Viele multinationale Konzerne: englischsprachige Zeugnisergänzungen häufig, aber rechtlich nicht verbindlich
Zuständiges Gericht: Obergericht Zürich
Arbeitsmarkt Kanton Zürich in Zahlen
- Beschäftigte
- 1'149'866
- Arbeitsstätten
- 126'784
- Frauenanteil
- 47 %
Beschäftigungsstärkste Branchen: Erziehung und Unterricht, Gesundheitswesen, Detailhandel (ohne Handel mit Motorfahrzeugen). Arbeitszeugnisse aus diesen Branchen folgen denselben Regeln nach OR Art. 330a – codierte Formulierungen und beredtes Schweigen sind branchenübergreifend verbreitet.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS) – Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), Erhebungsjahr 2024.
Beredtes Schweigen beim Verhalten gegenüber Vorgesetzten
Verwaltungsgericht ZH VB.2019.00365 vom 9. Mai 2020, E. 2.4
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich beschreibt die Praxis des beredten Schweigens: Wird eine an sich zu nennende Eigenschaft weggelassen, schliesst der Leser, dass sie fehlt. Fehlt etwa bei der Verhaltensbeurteilung die Gruppe der Vorgesetzten, ist die Auslassung mit dem Grundsatz der Klarheit nicht vereinbar.
„Darunter gehört, wenn etwa bei der Verhaltensbeurteilung nur das Verhalten zu Mitarbeitern und Kunden erwähnt wird, nicht aber jenes zu Vorgesetzten.“
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Zeugnis jetzt analysierenWas ist ein Schweizer Arbeitszeugnis?
In der Schweiz haben Arbeitnehmende gemäss Art. 330a ORdas Recht auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Es muss wahrheitsgetreu und wohlwollend sein — eine Kombination, die zur Entstehung einer verschlüsselten Zeugnissprache geführt hat. Bestimmte Formulierungen wirken positiv, bedeuten aber das Gegenteil. Dieses "beredtes Schweigen" (das bewusste Weglassen von Kategorien) ist oft schwerwiegender als negative Formulierungen.
Im Kanton Zürich ist das Obergericht Zürich für Streitigkeiten rund um Arbeitszeugnisse zuständig. Die Grundlagen der Schweizer Zeugnissprache gelten jedoch kantonsübergreifend und basieren auf der Rechtsprechung des Bundesgerichts.