Schweizer Arbeitszeugnis Code

Was bedeutet "...Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute...."?

Versteckte Bewertung

Genügend (Note 4.0)

Eine eiskalte Schlussformulierung ohne Dank und Bedauern entwertet das gesamte Zeugnis und deutet darauf hin, dass man froh über den Abgang ist

4.0
Schweizer Zeugnisnote

Detaillierte rechtliche Einordnung

Diese Formulierung („Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“) gehört zur Kategorie SCHLUSSFORMEL im Schweizer Arbeitszeugnis. Im Schweizer Arbeitsrecht (Art. 330a OR) gilt das Wohlwollensprinzip, weshalb Arbeitgeber Mängel oft in codierter Form ausdrücken. Die Bedeutung dieser Passage ist: Eine eiskalte Schlussformulierung ohne Dank und Bedauern entwertet das gesamte Zeugnis und deutet darauf hin, dass man froh über den Abgang ist. Dies entspricht einer Schweizer Zeugnisnote von ca. 4.0.

Korrekturvorschlag

Es wird empfohlen, beim Arbeitgeber schriftlich Einsprache zu erheben und die Ersetzung der Formulierung durch eine klar positive Leistungsklausel (z.B. „erledigte die Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“) zu verlangen.

Codierte Abwertung erkannt

Handlungsbedarf: Versteckte Kritik in deinem Zeugnis (Note 4.0)

Diese Formulierung signalisiert Schweizer Personalverantwortlichen Mängel oder verdeckte Unzufriedenheit. Nach Art. 330a OR muss ein Zeugnis wahr, aber zwingend wohlwollend formuliert sein und darf deine Zukunft nicht erschweren. Versteckte Notenabzüge treten selten isoliert auf – erfahrungsgemäss finden sich im gleichen Zeugnis weitere Codes.

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Relevantes Gerichtsurteil

Schlussformel: Signal, aber kein Rechtsanspruch

BVGer A-364/2022 vom 17. August 2023, E. 7.3

Eine fehlende oder knappe Schlussformel wird in der Praxis oft als negatives Signal gelesen. Rechtlich gilt jedoch: Einen durchsetzbaren Anspruch auf Dank, Bedauern oder Zukunftswünsche gibt es nicht – ihre Verwendung liegt im Ermessen des Arbeitgebers (ebenso BGer 4C.36/2004 vom 8. April 2004, E. 5). Eine Ergänzung lässt sich erbitten, aber nicht einklagen.

„Nach der Rechtsprechung besteht kein durchsetzbarer Anspruch der angestellten Person auf bestimmte Dankesworte, Zukunftswünsche oder Bedauernsbekundungen über den Austritt.“
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