Schweizer Arbeitszeugnis Code

Was bedeutet "[Auslassung]: Fehlendes Bedauern über das Ausscheiden im Schlusssatz"?

Versteckte Bewertung

Ungenügend (Note 3.5)

Das Weglassen dieser Angabe (Fehlendes Bedauern über das Ausscheiden im Schlusssatz) wird in der Praxis oft als negatives Signal gelesen. Einen Rechtsanspruch auf Dank, Bedauern oder Zukunftswünsche gibt es jedoch nicht (BGer 4C.36/2004; BVGer A-364/2022) — eine Ergänzung lässt sich erbitten, aber nicht einklagen.

3.5
Schweizer Zeugnisnote

Detaillierte rechtliche Einordnung

Diese Formulierung („Fehlendes Bedauern über das Ausscheiden im Schlusssatz“) gehört zur Kategorie AUSLASSUNG im Schweizer Arbeitszeugnis. Im Schweizer Arbeitsrecht (Art. 330a OR) gilt das Wohlwollensprinzip, weshalb Arbeitgeber Mängel oft in codierter Form ausdrücken. Die Bedeutung dieser Passage ist: Das Weglassen dieser Angabe (Fehlendes Bedauern über das Ausscheiden im Schlusssatz) wird in der Praxis oft als negatives Signal gelesen. Einen Rechtsanspruch auf Dank, Bedauern oder Zukunftswünsche gibt es jedoch nicht (BGer 4C.36/2004; BVGer A-364/2022) — eine Ergänzung lässt sich erbitten, aber nicht einklagen. Dies entspricht einer Schweizer Zeugnisnote von ca. 3.5.

Korrekturvorschlag

Der Arbeitnehmer sollte schriftlich die Ergänzung der fehlenden Zeugnispassage verlangen, da beredtes Schweigen eine versteckte Abwertung darstellt.

Codierte Abwertung erkannt

Handlungsbedarf: Versteckte Kritik in deinem Zeugnis (Note 3.5)

Diese Formulierung signalisiert Schweizer Personalverantwortlichen Mängel oder verdeckte Unzufriedenheit. Nach Art. 330a OR muss ein Zeugnis wahr, aber zwingend wohlwollend formuliert sein und darf deine Zukunft nicht erschweren. Versteckte Notenabzüge treten selten isoliert auf – erfahrungsgemäss finden sich im gleichen Zeugnis weitere Codes.

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Relevantes Gerichtsurteil

Beredtes Schweigen & Sozialverhalten

Verwaltungsgericht ZH VB.2019.00365 vom 9. Mai 2020, E. 2.4

Das Verwaltungsgericht Zürich beschreibt die Praxis des beredten Schweigens: Wird eine an sich zu nennende Eigenschaft weggelassen, schliesst der Leser, dass sie fehlt. Wird beim Sozialverhalten eine Personengruppe (z. B. die Vorgesetzten) weggelassen, gilt das im Allgemeinen als Hinweis auf ein negatives Verhaltensmerkmal.

„Darunter gehört, wenn etwa bei der Verhaltensbeurteilung nur das Verhalten zu Mitarbeitern und Kunden erwähnt wird, nicht aber jenes zu Vorgesetzten.“
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